Januar
Die Arbeit beginnt. Moni und Timo halten Kontakt zum
Stadtjugendring, suchen in ihren Pfarreien nach Teilnehmern. Flyer werden
gedruckt, ein erster Infoabend für die Teilnehmer abgehalten. Freitag 6. Juli
36 Jugendliche zwischen 11 und 23 Jahren haben sich in St.
Martin für die Aktion angemeldet.
Sie treffen sich zu letzten Absprachen im Jugendheim
Marienstift. Die Spannung ist groß: Welche Aufgabe erwartet uns? Da erst bei
der Eröffnungsveranstaltung eine Woche später verraten wird, welche Heldentat
vollbracht werden muss, können nur ganz grundsätzliche Absprachen getroffen
werden: Was wäre, wenn wir am Aktionsort zelten müssten? Welche Fahrzeuge haben
wir zur Verfügung? Sind alle Eltern über den Verlauf der Aktion informiert?
Beim Vorab - Gruppenbild schauen alle noch etwas skeptisch in die Kamera. Donnerstag, 12. Juli
Rechtzeitig zum Aktionbeginn hört der Dauerregen der letzten
Tage auf. Die Stimmung ist angespannt. Gemeinsam mit fast 700 weiteren
Jugendlichen aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg warten die Jungs und Mädchen
aus St. Martin auf ihre Aufgabe. Eine kleines Highlight am Rande: Moni und Timo
holen den Oberbürgermeister von Aschaffenburg für ein Gruppenbild zur Pfarrjugend St. Martin. Was soll schief gehen
bei soviel prominenter Unterstützung?
Endlich ist es soweit: das geheimnisvolle Kuvert wird
geöffnet! Für den Waldkindergarten in Aschaffenburg soll ein Feuchtbiotop
anlegt und noch ein paar weitere Verschönerungsarbeiten erledigt werden.
Nachdem der zuständige Förster ihnen erste Informationen über das Projekt
geliefert hat, fahren die Helden zum Aktionsort, um sich ein Bild von der
Aufgabe zu machen. Danach werden die Kleinen nach Hause geschickt und die
Großen erstellen einen Aktionsplan. Ganz wichtig auch: die Aktions-T-Shirts des
Stadtjugendrings werden verteilt. Auf blauem Grund steht mit großer weißer
Schrift quer über die Brust das Wort „Held“ bzw. „Heldin“. Gegen 23.00 Uhr
fallen alle zu Hause noch mal in die Betten. Ab morgen wird in Zelten
geschlafen! Freitag, 13. Juli
Es geht los: während die einen Zelte aufbauen und den
Lagerplatz herrichten, müssen die anderen das Material für die Aufgabe
besorgen. Das Werkzeug gibt es vom Forstamt, der Ton zum Abdichten des Biotops
ist schon angeliefert worden, dazu auch eine Dixi - Toilette. Der Platz braucht
einen Wasseranschluss. Zum Glück hat man einen Feuerwehrmann in der
Pfarrjugend, der sich mit Hydranten auskennt. Das Material stellt eine
Aschaffenburger Firma.
Nachmittags rückt eine Gruppe für die Verschönerungsarbeiten
zum Waldkindergarten aus. Eine Bühne für das Sommerfest wird hergerichtet,
außerdem ein Sinnenpfad, über den sich die Kleinen besonders freuen werden.
Barfuss können sie ab Montag über die verschiedenen ausgelegten Materialien
laufen. Das Ganze geht flott von der Hand, weil keiner sich drückt. Hier kann
am frühen Abend schon gemeldet werden: arbeiten beendet!
Das Biotop soll an einer etwa 300 Meter bergauf vom
Zeltplatz entlegene Stelle entstehen. Zunächst müssen zwei Gruben ausgehoben
werden, eine Rinne verbindet die beiden miteinander. Dann wird der Boden
festgestampft. Am Besten geht das, in dem die ganze Mannschaft hüpfend durch
die beiden Löcher zieht. Das ist nicht
nur effektiv sondern auch noch gut für die Stimmung.
Der Zeltplatz ist bis zum Nachmittag auch komplett: die
Feuerstelle wird aus einer Waschtrommel improvisiert, die Küche besteht aus
einem großen Pavillon, einem Kocher und einem Bräter, der Wasserhahn
funktioniert. Hier kommt die langjährige Zeltlagererfahrung der Ulfer
Pfarrjugend voll zur Geltung. Abends gibt es Nudel mit Tomatensauce und ein
wenig Entspannung am Lagerfeuer. Samstag, 14. Juli
Heute soll es richtig heiß werden. Doch zum Glück für die
Pfarrjugend St. Martin liegt der Hauptarbeitsplatz ja im schattigen Wald.
Zunächst muss ein Problem gelöst werden: der Ton muss eingeweicht werden und
darf dann auch nicht mehr trocknen, weil er sonst reißt. Dazu braucht es
Wasser. Der Druck auf dem Wasserschlauch reicht nicht, wie also kommt das
Wasser den Berg hinauf? Nach längeren Diskussionen, ob man ein geländegängiges
Fahrzeug mit Wassertank organisiert, entscheidet man sich doch für die gute
alte Methode: es wird eine Kette gebildet und Wasser wird in Eimern und
Flaschen nach oben transportiert.
Das ist natürlich echter Stress, doch das Arbeiten mit dem
Ton macht dann wieder Spaß. Allerdings gibt es nach kurzer Zeit niemanden mehr,
der noch sauber ist. Nachdem das Material eingeweicht ist, muss es mit
Maurerkellen etwa 5cm dick in den Gruben verschmiert werden. So wird der Boden
wasserdicht und ein kleiner Tümpel kann entstehen, in dem sich Pflanzen und
Organismen entwickeln werden. Der Waldkindergarten wird das Biotop immer wieder
besuchen und das entstehende Leben beobachten. Der Förster kommt zwischendurch
vorbei und ist mit der bislang geleisteten Arbeit sehr zufrieden. „Könnte sein,
dass hier auch Wildschweine zum Trinken vorbei kommen“, informiert er die
Jugendlichen.
Inzwischen wird es immer heißer. Auf dem Zeltplatz hört man
mit einem batteriebetriebenen Radio auf Bayern 3 immer wieder Grüße an die
Helden und deren Hilferufe. Davon
animiert bringt eine Mutter zwischendurch eine Ladung Eis vorbei. Die Küche ist
schon wieder fleißig: es muss eingekauft werden, vor allem ausreichend Getränke
sind wichtig bei der Hitze.
Doch nicht alles ist „eitel Sonnenschein“ an diesem
Arbeitstag. Man beäugt sich gegenseitig: Wer arbeit, wer drückt sich? Wer kann
etwas, wer stellt sich dumm an? Aber
trotz der ein oder anderen Diskussion geht es voran, dass Biotop nimmt Gestalt
an und kann schon am Abend mit Wasser befüllt werden. Ein paar Jugendliche
verschönen die Anlage noch, in dem sie Farne und Baumpflanzen ausgraben und
rund um das Biotop anpflanzen.
Zum Abendessen gibt es Hamburger, die aber schnell umgetauft
werden in „St. Martinsburger“. Die Situation der Pfarreiengemeinschaft spiegelt
sich in dem nach ihr benannten Essen. So unterschiedlich wie die Zutaten -
Fleisch, Salat, Gurken, Majonäse, Zwiebeln und ähnliches - so unterschiedlich sind auch die Menschen,
die hier zusammen kommen. Aber das Brötchen hält wie ein guter Geist alles
zusammen und erst durch die Verschiedenheit bekommt das Ganze seinen
interessanten Geschmack. Geduld und die Bereitschaft, Kompromisse zu schließen,
haben den „St. Martinsburger“ erst möglich gemacht. Sonntag, 15. Juli
Das Projekt ist schon weit gediehen, die Jugendlichen können
in aller Ruhe mit dem Aufräumen beginnen. Inzwischen knallt die Sonne
unbarmherzig auf den Zeltplatz. Am Vortag hatte jemand ein Kinderplanschbecken
zum Getränke kühlen organisiert. Heute dient es auch zur Abkühlung der
Jugendlichen. Natürlich sind alle müde, die Nächte waren schließlich kurz und
nicht jeder ist es gewohnt, in Zelten zu übernachten. Bei der abschließenden
Kurzreflexion äußern sich aber alle zufrieden mit der Arbeit und dem Ergebnis. Es
wird vereinbart, sich in zwei Tagen noch einmal zu einem Grillfest zu treffen.
Außerdem wird am kommenden Samstag ein Jugendgottesdienst gefeiert, bei dem
alle noch einmal in ihren Helden-T-Shirts kommen wollen. So werden die
Pfarrgemeinden etwas von der Aktion mitbekommen. Und auch die Heldentaten gehen
weiter: schließlich sind alle in irgendeiner Form in ihrer Pfarrgemeinde
engagiert und beweisen da, dass Jugendliche mehr können als abhängen und Party
feiern. Berichte zu den einzelnen Aktionstagen gibt es auch auf der Aktionsseite von 3 Tage Zeit für Helden. Diese ist nur einen Klick entfernt.
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